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Radtour Passau - Mitterarnsdorf 12. bis 14.8.2007

Wie anders sieht doch die selbe Landschaft aus, wenn man nur den Blickwinkel verändert. Diesmal ließ ich gemeinsam mit meiner Schwester Susi, ihrem Mann Robert und Christian, einem Freund der beiden, die Eindrücke des Donautals vom Rad aus auf mich einwirken. Obwohl die Erinnerung an die Paddeltour vor drei Wochen noch ganz frisch war, entdeckte ich viele neue Ansichten.

Die Anreise zum Ausgangsort Passau gestaltete sich diesmal etwas umständlicher. Es gibt keinen Zug mehr, der von Wien Westbhf. mit Zwischenhalt in Ybbs direkt nach Passau fährt. Also mussten wir umsteigen und trafen erst in Wels aufeinander. Nachdem ich jetzt doch einige Male die Strecke geradelt bin, fand ich in Passau schnell das passende Lokal (an der rechten Donauseite,unmittelbar vor der Seilspannbrücke) um den Wunsch nach Weißwurst, einer Brezen und bayrischem Bier zu befriedigen. So gestärkt stand einer flotten Fahrt bis zur ersten Rast an der Jochenstein-Talsperre nichts im Wege. Weiter ging´s am linken Donauufer bis zur Jausenstation in Kramesau, wo wir im Garten sitzend die kräftige Brettljause genossen. Bald näherten wir uns der kleinen Radfähre (zweite !!), die uns ans rechte Ufer Richtung Inzell brachte. Beim Gasthof Reisinger (+43 7279 8581), dessen angenehme Gastlichkeit wir schon öfters genossen haben, war dann Schluss der ersten Etappe. Dort trafen wir auch Freunde von Robert und Susi, richtiges Favoritner Urgestein. Interessante Erfahrung, welche netten Menschen hinter einer doch recht urwüchsigen, deftigen Sprache verborgen sein können. Wer sich von Vorurteilen beeinflusst gleich abwendet, versäumt Einiges! Am folgenden Morgen war das Donautal zwar mit Morgennebel verhüllt, aber es zeigte sich bald, dass die Sonne stärker war. Rasch hatten wir die zahlreichen Radlergruppen überholt. Bald waren wir in Aschach angelangt und stärkten uns mit einem erstklassigen Kaffee und guten Mehlspeisen im kleinen Eduscho-Kaffee unmittelbar neben der Kirche. Die zahlreichen Konditoreien an der Uferpromenade sind zwar recht einladend, können aber bei weitem nicht konkurrieren mit der Qualität dieses unscheinbaren Lokals. Nach Überquerung der Brücke in Aschach radelten wir bis Linz-Urfahr an der linken Donauseite. Unser kleines Lokal, das wir schon von früheren Fahrten kannten, der Gasthof zum Walfisch, verwöhnte uns mit gutem Essen und einem schützenden Dach vor einem kurzen Gewitter. Danach radelten wir zum Hauptbahnhof, um die Strecke bis Amstetten mit der ÖBB zurück zu legen. Ausgerastet und unterstützt von einem angenehmen Rückenwind sausten wir über St.Georgen/Ybbsfeld, Blindenmarkt und Ennsbach nach Ybbs. Die Wirtin unseres vorbestellten Quartiers (Fleischerei Moser) überraschte uns mit der Mitteilung, dass sie keine Zimmer frei hätte aber am Glöcklhof, hoch oben über den Dächern von Ybbs, Zimmer für uns reserviert wären. Der schweißtreibende Anstieg brachte mir wieder einmal den Spott von Susi und Robert ein, na was soll`s. Dafür wurden wir mit einem ruhigen, gemütlichen Quartier mit Blick auf Ybbs entschädigt. Am Abend spazierten wir hinunter nach Ybbs, kehrten bei der Seff ein und trafen uns mit Martha. Sie brachte uns müde Krieger mit dem Auto zu unserem luftigen Schlafplatz. Nach dem Frühstück und einem Zwischenstopp beim Autohaus Senker (Polo-Leiche von Susi) radelten wir am südlichen Ufer bis Pöchlarn zum K & K-Kaffee. Ab dort ging´s ohne weiteren Aufenthalt (zum Ärger von Robert)vorbei an Melk bis Mitterarnsdorf, zum letzten Quartier. Dort verabschiedete ich mich von den anderen und ließ mich von Martha abholen. Motiviert von den guten Erfahrungen im heurigen Jahr (Wettter, Quartier ...) gibt´s sicher im kommenden Jahr eine weitere Radtour mit den Haasen!

3 Kommentare 15.8.07 10:43, kommentieren



Eine Seefahrt die ist lustig ...

Sa.25.8.07
Als sich am vergangenen Samstag ein herrlicher Sommertag ankündigte, habe ich die Gelegenheit benutzt, meine liebe Frau zum Paddeln einzuladen. Schließlich hatte sie in der letzten Zeit aufkeimendes Interesse bekundet. Am Vormittag habe ich den Ally-Faltkanadier aufgebaut, aufs Autodach geschnallt und ab ging´s an den Ottensteiner Stausee. Habe dort eine Zufahrt entdeckt, die es ermöglicht mit dem Auto bis zum Wasser zu fahren (auf der B38 von Zwettl kommend rechts nach Rastenfeld abzweigen und noch einmal rechts in die Sackgasse bis zum See fahren). Im Boot hat sich Martha ausnahmsweise an meine fürsorglichen Anweisungen gehalten und somit kamen wir rasch voran. Wir haben uns dann ein schönes Platzerl für eine beschauliche Mittagsrast gesucht, um dann wieder zielstrebig durch die Waldviertler Fjorde zu unserem Ausgangspunkt zu paddeln. Als krönenden Abschluss gab´s dann noch eine Portion Mohnnudeln beim Mohnwirt in Armschlag - mhmmm!

1 Kommentar 30.8.07 08:02, kommentieren

Moldau-Bootstour 2.7.-5.7.2007

Die heurige Bootstour verließ zum ersten Mal den üblichen Rahmen: Ossi und ich hatten uns eine weibliche Begleitung angelacht. Nicht dass uns die vertraute Männer-Zweisamkeit zu fad geworden wäre, nein, wir haben uns lediglich bereit erklärt, einer Kollegin von Ossi den Wiedereinstieg ins Naturerleben am Wasser zu ermöglichen. Wie bewährt habe ich unsere Tour logistisch vorbereitet und da funktionierte auch alles wie am Schnürchen: Anreise mit Auto zum Bahnhof Amstetten, Ausrüstungspack (Faltkanadier, Zeltausrüstung, Verpflegung usw.) in den Zug nach Linz verladen, umsteigen in den Bus nach Bad Leonfelden, umsteigen in den tschechischen Bus nach Vyssi Brod. Vom Hauptplatz ging´s dann etwa noch eine halbe Stunde zu Fuß (mit einigen Raststopps) zur Moldau. Was uns da an Wasser-Erlebnis hungrigen Bootsfahrern begegnete übertraf bei weitem meine Erwartungen. Eine schier endlose Kette von zum Teil abenteuerlichen Wassergefährten wälzte sich da von der flussaufwärts befindlichen Bootsverleih-Station herunter. Teilweise kam es zu regelrechten Staus, weil sich die mit reichlich Alkohol gedopten Tschechen mit ihren Schlauchbooten aneinander banden. Von beschaulicher Ruhe war vorerst nichts zu bemerken. Wir bauten unsere Boote auf, Ossi war ganz angetan von meinem neuen Kanadier, verstauten das Gepäck kenter- und regensicher und los ging´s. Maria, unsere Gefährtin, hatte Materialprobleme. Bei den zahlreichen Wehren/Bootsgassen schaffte sie es immer wieder, nass zu werden. Gegen Abend hatte sie schließlich all ihre trockene Kleidung gründlich eingeweicht. Als es dann noch während des Abendessens in einem Gasthaus zu regnen begann, überredete sie uns, die Nacht in einem trockenen Zimmer zu verbringen. Da sah es dann aus wie in einer Waschküche. Wir haben uns dafür mit einer - oder waren es zwei Flaschen Rotwein? - und einer lustigen Kartelrunde entschädigt. Der nächste Morgen brachte uns wieder trockenes Wetter. Als wir gegen Mittag die abenteuerlichen Wehren vor und in Cesky Krumlov überwunden hatten, war eine ausgiebige Rast mit Stadtbesichtigung angesagt. Ein hundsgemeiner Stein bescherte uns am Nachmittag ein Leck im Ally-Faltkanadier, das wir aber rasch wieder geflickt hatten. Die zweite Nacht wollten wir dann endlich wieder fernab der Zivilisation in der Wildnis verbringen. Allerdings begann es kurz nachdem wir unsere Zelte aufgeschlagen hatten zu regnen. So schliefen wir halt beim beruhigenden Tröpfeln des anhaltenden Regens bis zum frühen Morgen. Mit den nassen Zelten im Gepäck und der Hoffnung auf einigermaßen trockenes Wetter legten wir dann die letzte Teilstrecke bis Borsov zügig zurück. Dieser Moldau-Abschnitt wird weitaus weniger befahren und birgt aufgrund der stärkeren Strömung und der leichten Stromschnellen einige spannende Überraschungen. Von einer Weiterfahrt nach Budweis wurde uns von tschechischen Kennern abgeraten (geringer Wasserstand!). Maria war glücklich, wieder trockenen Boden unter den Füßen zu haben. Wir verstauten unser Gepäck und machten uns per öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus, Stadtbus) auf die Heimreise. Während Ossi und ich die Wartezeit bis zur Abfahrt unseres Zuges mit einer tschechischen Jause überbrückten, begann für Maria eine kleine Odysee mit unfreiwilliger Übernachtung in Gmünd. Ob sie wohl noch einmal auf so eine Tour Lust hat?

1 Kommentar 31.8.07 09:06, kommentieren