Moldau-Bootstour 2.7.-5.7.2007

Die heurige Bootstour verließ zum ersten Mal den üblichen Rahmen: Ossi und ich hatten uns eine weibliche Begleitung angelacht. Nicht dass uns die vertraute Männer-Zweisamkeit zu fad geworden wäre, nein, wir haben uns lediglich bereit erklärt, einer Kollegin von Ossi den Wiedereinstieg ins Naturerleben am Wasser zu ermöglichen. Wie bewährt habe ich unsere Tour logistisch vorbereitet und da funktionierte auch alles wie am Schnürchen: Anreise mit Auto zum Bahnhof Amstetten, Ausrüstungspack (Faltkanadier, Zeltausrüstung, Verpflegung usw.) in den Zug nach Linz verladen, umsteigen in den Bus nach Bad Leonfelden, umsteigen in den tschechischen Bus nach Vyssi Brod. Vom Hauptplatz ging´s dann etwa noch eine halbe Stunde zu Fuß (mit einigen Raststopps) zur Moldau. Was uns da an Wasser-Erlebnis hungrigen Bootsfahrern begegnete übertraf bei weitem meine Erwartungen. Eine schier endlose Kette von zum Teil abenteuerlichen Wassergefährten wälzte sich da von der flussaufwärts befindlichen Bootsverleih-Station herunter. Teilweise kam es zu regelrechten Staus, weil sich die mit reichlich Alkohol gedopten Tschechen mit ihren Schlauchbooten aneinander banden. Von beschaulicher Ruhe war vorerst nichts zu bemerken. Wir bauten unsere Boote auf, Ossi war ganz angetan von meinem neuen Kanadier, verstauten das Gepäck kenter- und regensicher und los ging´s. Maria, unsere Gefährtin, hatte Materialprobleme. Bei den zahlreichen Wehren/Bootsgassen schaffte sie es immer wieder, nass zu werden. Gegen Abend hatte sie schließlich all ihre trockene Kleidung gründlich eingeweicht. Als es dann noch während des Abendessens in einem Gasthaus zu regnen begann, überredete sie uns, die Nacht in einem trockenen Zimmer zu verbringen. Da sah es dann aus wie in einer Waschküche. Wir haben uns dafür mit einer - oder waren es zwei Flaschen Rotwein? - und einer lustigen Kartelrunde entschädigt. Der nächste Morgen brachte uns wieder trockenes Wetter. Als wir gegen Mittag die abenteuerlichen Wehren vor und in Cesky Krumlov überwunden hatten, war eine ausgiebige Rast mit Stadtbesichtigung angesagt. Ein hundsgemeiner Stein bescherte uns am Nachmittag ein Leck im Ally-Faltkanadier, das wir aber rasch wieder geflickt hatten. Die zweite Nacht wollten wir dann endlich wieder fernab der Zivilisation in der Wildnis verbringen. Allerdings begann es kurz nachdem wir unsere Zelte aufgeschlagen hatten zu regnen. So schliefen wir halt beim beruhigenden Tröpfeln des anhaltenden Regens bis zum frühen Morgen. Mit den nassen Zelten im Gepäck und der Hoffnung auf einigermaßen trockenes Wetter legten wir dann die letzte Teilstrecke bis Borsov zügig zurück. Dieser Moldau-Abschnitt wird weitaus weniger befahren und birgt aufgrund der stärkeren Strömung und der leichten Stromschnellen einige spannende Überraschungen. Von einer Weiterfahrt nach Budweis wurde uns von tschechischen Kennern abgeraten (geringer Wasserstand!). Maria war glücklich, wieder trockenen Boden unter den Füßen zu haben. Wir verstauten unser Gepäck und machten uns per öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus, Stadtbus) auf die Heimreise. Während Ossi und ich die Wartezeit bis zur Abfahrt unseres Zuges mit einer tschechischen Jause überbrückten, begann für Maria eine kleine Odysee mit unfreiwilliger Übernachtung in Gmünd. Ob sie wohl noch einmal auf so eine Tour Lust hat?

31.8.07 09:06

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